Dieser Bereich enthält Artikel zum Thema Schamanismus. Diese entstammen entweder der Forschungs­tätigkeit oder sonstigen Vorträgen und Publikationen der Foundation for Shamanic Studies. Das Angebot wird laufend erweitert.

Divination – die Kunst der Weissagung

19.11.2015 von Mag. Roland Urban

"Die Menschen müssen aufgeweckt werden oder es könnte passieren, dass sie für immer schlafen. Und sie müssen nicht nur durch alltägliche Bildung aufgeweckt werden, wie wichtig dies auch immer ist, sondern auch durch persönliche, herzbezogene, spirituelle Erkenntnis. Tiefe Erkenntnis über die Verbundenheit aller Dinge. Mögen wir zusammen arbeiten – so schnell, wie wir können. "(1)
Michael Harner hat diese Worte 1986 verfasst. Der konkrete Hintergrund war die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl. Die Aktualität des Aufrufs zur raschen Kooperation scheint unverändert, selbst wenn die äußeren Anlässe andere sind. Zumindest oberflächlich betrachtet. Die Kluft zwischen Natur und Mensch, aber auch zwischen uns Menschen, scheint nach wie vor groß, zu groß.

Der Schamanismus kann uns eine große Hilfe sein, die vielerorts angedeutete Verbundenheit nicht nur zu postulieren, sondern ganz konkret zu erfahren.

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Schamanismus als alltägliche Praxis

26.03.2015 von Mag. Roland Urban

Es ist nicht zu leugnen oder zu ignorieren, dass die Welt neuerlich in Unordnung geraten ist. Ökologische und ökonomische Krisen nehmen zu, Fundamentalismus und Terrorismus treten wieder in den Vordergrund, es herrscht Krieg, nicht nur in Syrien und dem Nahen Osten, sondern auch in Europa.
Gerade in derartigen Zeiten benötigt es eine differenzierte Perspektive und Besonnenheit.
Die Aufgabe des Schamanen war und ist es, nicht von Angst, Wut, Frustration oder Resignation überwältigt zu werden, sondern einen Schritt zurück zu treten, seine verbündeten Geister anzurufen, einen Blick auf das größere Bild zu wagen, und mit einer Qualität von Information und Kraft zurückzukehren, die ihm und seiner Gemeinschaft Zuversicht bringt und Hoffnung gibt.

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Ein fortlaufendes Wunder - Ein Erfahrungsbericht

23.12.2014 von Teresa Lugstein, Mag. Roland Urban

"Die oberste Instanz, höchste Autorität auf dem Gebiete der Heilkunde ist die Natur. Wie Wunder nicht gegen die Natur, sondern nur gegen unser beschränktes Wissen von der Natur geschehen, so erfolgen Heilungen nicht gegen die Natur, sondern mit der Natur.“ (1)
Paul Uccusic

Dass Wunder auch heute, mitten unter uns und als Folge schamanischer Arbeit geschehen, belegt folgender Erfahrungsbericht einer österreichischen Schamanisch Praktizierenden.

Ein fortlaufendes Wunder
Mein Name ist Teresa Lugstein, ich bin 48 Jahre alt. Durch die Spirits habe ich auf mehreren Ebenen Heilung erfahren. Die Heilung auf körperlicher Ebene ist nur ein Teil davon, aber sie ist wohl die Sichtbarste - und ein Wunder!

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Kraft

02.01.2014 von Mag. Roland Urban

Im Gedenken an den Gründungsdirektor der FSSE, Paul Uccusic (1937-2013), möchten wir an sein Buch ´Der Schamane in uns´ erinnern, welches seit Erscheinen im Jahr 1991 als Standardwerk des Core-Schamanismus gelten kann.

Im Folgenden finden Sie einen kurzen Auszug:

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Schamanismus und Kreativität

16.11.2012 von Dr. Sandra Harner

Eine der größten Überraschungen, die Schamanismus für uns bereit hält, ist die Freude am Unbekannten und die Tatsache, dass Unbekanntes Freude macht. Die Kreativität, die jeder schamanischen Reise innewohnt, bringt ein Gefühl von Ganzheit mit sich. Obwohl Schamanismus und Kreativität normalerweise nicht in einem Atemzug genannt werden, zeigt ein relativ oberflächlicher Überblick über Kreativitätsstudien, dass die schamanische Reise in Zusammenhang mit zwei der unbekanntesten, geheimnisvollsten und abstraktesten Elemente des kreativen Prozesses, wie er oft definiert wird, steht.

Außerdem können jüngste Forschungen, welche die Beziehung zwischen Struktur und Kreativität1 zum Inhalt hatten, direkt auf die Erfahrungen schamanischer Reisen umgelegt werden. Nicht nur, dass die schamanische Reise Elemente des schöpferischen Prozesses in ihrer Eigenschaft als eines kreativen Aktes beinhaltet, kann sie auch in den Dienst der produktiven Kreativität gestellt werden. Reisen verbessert den Zugang zu Kreativität und stimuliert deren Weiterentwicklung.

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So lebt man als Schamane

Mit der politischen Wende, dem Zerfall der Sowjetunion im Jahre 1991, ist auch der Schamanismus Russlands in eine neue Phase getreten. Dessen Ausübung ist jetzt grundsätzlich frei wie die jeder anderen Religion (in Russland wird Schamanismus in der Regel den Religionen zugerechnet). Als Schwerpunkt gilt nach wie vor Sibirien (Hauptgebiete Tuwa, Burjatien, Jakutien, Chakassien und der Altai). Kolchosen (Kollektivwirtschaften) und Sowchosen (staatseigene Betriebe) gibt es nicht mehr.

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Wir sind nicht allein

01.03.2011 von Dr. Michael Harner

Das Wort "Schamane" beschreibt auf Tungusisch eine Person, die in einem veränderten Bewusstseinszustand Reisen in eine nichtalltägliche Wirklichkeit unternimmt. Diesen Begriff auch in den westlichen Kulturraum zu übernehmen hat sich als nützlich erwiesen, weil die Menschen nicht wussten, was er bedeutet.

Mit Begrifflichkeiten wie "Zauberer", "Hexe" oder "Medizinmann" gehen ganz bestimmte Konnotationen, Widersprüchlichkeiten und vorgefasste Meinungen einher. Und obwohl dieser Ausdruck aus Sibirien stammt, ist schamanische Praxis auf allen bewohnten Kontinenten zu finden.

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Sind auch die Geister überfordert?

Ölunfälle im Golf von Mexiko und in China, Jahrhunderthochwasser in Pakistan, Feuerstürme über Russland: Bilder aus dem Sommer 2010. Kann die Problemlösungstechnik Schamanismus hier etwas bewirken?

Ursachen und Zusammenhänge sind seit langem bekannt: Der Mensch der Industriegesellschaft zerstört die Natur und damit die Lebewesen, ob sie nun von dieser Industrie profitieren oder nicht (1). Einsicht ist, trotz Jahrzehnten Ökobewegung und zunehmender spiritueller Lebenshaltung, nicht wahrzunehmen. Weder im Westen noch in den wachsenden Wirtschaftsmächten des Ostens, China und Indien, gibt es eine heilsame Entwicklung für unsere gemeinsame Welt. Native Kulturen sind dem machtlos ausgeliefert. Die warnenden Rufe ihrer Schamanen und Schamaninnen erreichen uns zwar, aber eine Wirkung auf das gemeinsame Ökosystem ist nicht sichtbar.

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Der Schamane als Darsteller

Von alters her werden Schamanen als Darsteller gesehen - in einem Weltendrama, das nicht nur Läuterung, sondern auch Heilung für ganz Alltägliches bringen soll. Dieses Motiv ist auch in unserer Kultur verwurzelt.

„Es ist ein Geist, der exerziert, nicht exorziert werden will.“ (1)
Das Krafttier zu „exerzieren“, es immer wieder darzustellen im Krafttier-Tanz oder sich in der freien Natur in das Tier zu verwandeln, gehört für viele Menschen, die sich mit Schamanismus beschäftigen, zu den ersten intensiven Berührungen mit der nicht-alltäglichen Wirklichkeit. Der/die Schamanisierende verbindet sich mit der Kraft des Tiergeistes und gibt diesem Geist die Möglichkeit, die normale, die alltägliche Wirklichkeit zu erfahren..

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Das Schamanenthum und sein Kultus

16.01.2009 von Dr. Wilhelm Radloff

Auszug aus "Aus Sibirien", Leipzig 1893

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Bei Schmerzen: Arzt oder Schamane?

15.01.2009 von Michaela Presch

Wer unter Schmerzen leidet, ist beim Schamanen genausogut bedient wie beim Schulmediziner - trotz des unterschiedlichen Ansatzes. Das ergibt sich aus einer transkulturellen Studie der Universität Salzburg. Vorausgesetzt wird selbstverständlich, dass Schamanen verfügbar sind.

Schmerz gehört zum Leben; er ist ein nicht abschüttelbarer Begleiter zwischen Wiege und Bahre. Noch nicht einmal geboren muss er sein, der Mensch, um Schmerzen zu haben; Dass der Embryo im Mutterleib - ab der 23. Schwanger-schaftswoche - Schmerz empfinden kann, ist medizinisch gesichert.
Ab einem gewissen Alter lernt man, dass Schmerzen wichtig sind, sie können lebensrettende Warnsignale sein. Oder sie wirken als Verhaltens-Lehrmeister: Kleinkinder sind zu höchst raffinierten Strategien zur Schmerzvermeidung imstande. Damit können sie ihrer Umgebung kräftig auf die Nerven fallen.

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Auch Physiker fragen: Gibt es ein Jenseits?

Noch bis vor kurzem hing die Antwort davon ab, wem man diese Frage stellte. Katholischer Bischof, indischer Büßer oder sibirischer Schamane: Wenn auch sonst ihre Gemeinsamkeiten gering sein mögen, einte sie doch die Antwort in diesem Punkt: Spirituelle Welten sind erfahrbare Realität, an der Existenz von Seele und Jenseits gibt es keinen Zweifel.

In der Naturwissenschaft war die Sache ebenso klar: Jenseitsglaube ist Spintisiererei, bestenfalls Spiritismus. Noch gut ist mir ein auch international sehr bekannter Wiener Gerichtsmediziner in Erinnerung, der vor Jahrzehnten angesichts dieser für ihn beinahe obszönen Frage auf sein Skalpell deutete und dem Fragesteller höhnisch entgegenzischte: „Bua, mei’ Lebtag hab’ i sowas no net gsehn.“ (Die Anrede ist durch den Altersunterschied zwischen Ordinarius und Reporter erklärbar und soll jenen nicht als unhöflich denunzieren).

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Teufels Großmutter

Dieser Artikel des berühmten dänischen Religionsphilosophen Edvard Lehmann (1862-1930) wurde 1905 im Archiv für Religionswissenschaft, Leipzig, Band 8, veröffentlicht. Unser Archivar bringt ihn hiemit einer breiteren Öffentlichkeit zur Kenntnis.

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Der Mystische Pfad der Bienen

Ein aus dem alten Griechenland stammender Mysterienkult sammelt Informationen in Bienenstöcken. Der Schamane kann darauf zugreifen, soll aber auch neues Wissen hinzufügen. Simon Buxton berichtet über seine (schmerzhafte) Einweihung und seinen seither routinierten Umgang mit der spirituellen Welt.

Ja - was war eigentlich mein erster Kontakt mit der spirituellen Welt? — Ich denke, es passierte, als ich neun Jahre alt war. Damals lebte ich mit meinen Eltern in Wien, und plötzlich erkrankte ich schwer. Die Ärzte waren verzweifelt, von einem Krankenhaus wurde ich ins andere weitergereicht; zuletzt nahmen mich meine Eltern aus dem Spital, um mir eine angenehmere Umgebung für meine bevorstehenden „letzten Tage“ zu bieten.

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Wissen erlangen durch Reisen

29.05.2008 von Dr. Michael Harner

Der amerikanische Anthropologe Michael Harner, Gründer und Präsident der Foundation for Shamanic Studies, erläutert die Praxis des schamanischen Reisens, den Gebrauch der Trommel, den schamanischen Bewusstseinszustand und seinen eigenen Weg zum Schamanismus als Zugang zu Jahrtausende altem Wissen.

Bevor ich mit meinem Vortrag beginne, möchte ich Sie auf eine Besonderheit aufmerksam machen. Wir haben eine Gruppe von Schamanen aus Tuva in Zentralasien hier bei uns in Wien. Sie werden an dieser Konferenz teilnehmen, um uns an ihrem Wissen und ihrem Können teilhaben zu lassen. Und sie haben sich bereit erklärt, bevor wir mit dem Vortrag beginnen, unsere Arbeit zu segnen und durch ihr Trommeln zu begrüßen.
(Die fünf Schamanen trommeln).

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